KIK

Gundermann Donnerstag, 7. Februar 20 Uhr
Die Widersprüchlichkeit des Lebens in der DDR wird deutlich in dem biographischen Film des Potsdamers Andreas Dresen über das Leben des Baggerfahrers und Liedermachers Gerhard Gundermann aus dem Jahre 2018. Der Künstler war ein überzeugter Sozialist, der aus der Partei ausgeschlossen wurde, für die Stasi spitzelte, der mit seinem Bagger im Braunkohle-Abbau die Erde aufriss und in seinen Liedern die Schönheit der Natur besingt; er investiert viel Zeit in seine Arbeit und in seine Musik auch als er Vater wird.

Kindeswohl – The Children Act  Donnerstag, 21. Februar 20 Uhr
Das britische Filmdrama aus dem Jahre 2017, das wir mit den Toastmaster(s)n Buxtehude (Englisch mit deutschen Untertiteln) zeigen, beruht auf einem Roman von Ian McEwan. Es zeigt den Kampf der Familienrichterin am High Court of Justice, Fiona Maye (Emma Thompson), um die ethisch heikle Frage, ob Eltern ihrem Sohn (Fionn Whitehead) eine lebensrettende Bluttransfusion verweigern können, die sie als Zeugen Jehovas aus religiösen Gründen ablehnen. Die Richterin sucht den jungen Mann, der in wenigen Tagen volljährig wird, im Krankenhaus auf. Er befragt sie intensiv, sucht Kontakt zu ihr, die sich zudem noch in einer schwierigen Situation mit ihrem Mann Jack (Stanley Tucci) befindet.

Kommunale Initiative Kino (KIK)

Im Kino- und Theatersaal im Kulturforum Buxtehude zeigt die Kommunale Initiative Kino (KIK) in der Regel donnerstags im zweiwöchentlichen Rhythmus anspruchsvolles Programmkino, Filmreihen, Dokumentarfilme, Kurzfilme und Klassiker.

Die Initiative filmbegeisterter Cineasten gibt es seit über dreißig Jahren in Buxtehude. Nach langen Jahren, in denen wir in dem „Walze“-Haus in der Ferdinandstraße in Altkloster unser kleines Kino hatten, haben wir seit der Gründung des Kulturforums am Hafen dort eine Spielstätte gefunden. Interessenten für die Filmauswahl und die Durchführung der Filmabende, inklusive dem Bistrodienst, sind gerne willkommen.

Kontakt:

Jens Wilke, Vordamm 14, 21640 Horneburg. Tel. 04163-3147
Michael Schneevoigt, Kählerstraße 8, 21614 Buxtehude. Tel. 04161-53326

Die KIK beteiligt sich am Solidarischen Netzwerk.
Hinweise und Termine finden sich auf der Webseite des ➜ Kulturforums und hier auf der Homepage des ➜ Solidarischen Netzwerks.

303
Ein Roadmovie gegen Speed-Dating, gegen Tinder, eine entschleunigende Fahrt in einem Wohnmobil von Hans Weingartner aus dem Jahre 2018: zwei Studenten auf der Suche. Jule ist schwanger und sucht für eine Entscheidung den Kindesvater, der in Portugal seine Doktorarbeit schreibt;
Jan will nach Köln mitgenommen werden, von dort per Bus nach Nordspanien fahren, um seinen Vater kennenzulernen. In ihren Gesprächen kommen sich die beiden bei gegensätzlichen Standpunkten in den entscheidenden Fragen näher. Es ist ein Dialogfilm geworden, ein Liebesroadmovie, Mala Emde und Anton Spieker sprechen die Dialoge so, als befänden sie sich in einer realen Situation.

Zum Internationalen Frauentag zeigt das KIK zusammen mit der Gleichstellungs-beauftragten der Hansestadt Buxtehude
Die göttliche Ordnung

Das Frauenwahlrecht, dessen 100jähriges Jubiläum wir in diesem Jahr feiern, ist nicht alles, aber es war ein Anfang. In der Schweiz wird es erst 1971 eingeführt, was der Film der Regisseurin Petra Volpe am Beispiel von Nora (Marie Leuenberger), Vroni (Sibylle Brunner) und Graziella (Marta Zoffoli) zeigt.
Wie in jedem Jahr gibt es das Frauen-Film-Frühstück und dieses Mal Statements zum Wahlrecht aus verschiedenen Generationen.
(15,- Euro Film und Frühstück)

Styx
Der Spielfilm von Wolfgang Fischer aus dem Jahre 2018 greift das politisch meist diskutierte Thema seit 2015 auf, es geht um die Rettung von Flüchtlingen aus dem Meer. Die Notärztin Rike, gespielt von Susanne Wolff, nimmt als Einhandseglerin auf dem Meer nach einem nächtlichen Unwetter den 14jährigen Jungen Kingsley, gespielt von Gedion Oduor Wekesa, von einem havarierten, überladenen Kutter auf. Weitere Flüchtlinge kann sie auf ihrer kleinen Jacht nicht aufnehmen, sie versucht Hilfe zu organisieren, doch Kingsley versucht, seine auf dem Trawler zurückgebliebene Schwester zu retten.

Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm
Der Film von Joachim A. Lang aus dem Jahre 2018 ist ein Kino-Essay über Formen und Bedingungen von Kunstproduktionen; er zeigt den Kulturskandal um den Dreigroschen-prozess. Brecht hat die Produktionsfirma verklagt, die aus seinem sensationellen Bühnenerfolg von 1928 einen Film machen wollte. Lars Eidinger spielt in diesem Film im Film Bertolt Brecht, Tobias Moretti ist Mackie Messer, Hannah Herzog Polly und Robert Stadlober Kurt Weill, Joachim Krol Peachum, Claudia Michelsen seine Frau. Es geht um das Scheitern daran, Brechts und Weills Vorstellungen filmisch umzusetzen.

In den Gängen
Thomas Stuber erzählt in der Tragikömödie aus dem Jahre 2018 in drei Kapiteln: Christian (Franz Rogowski), Marion (Sandra Hüller) und Bruno (Peter Kurth) die Geschichten dieser drei Menschen, die in einem abgelegenen Großmarkt in der ostdeutschen Provinz zueinander finden. Der Großmarkt ist so eine Art Heimat, in der Bruno zum väterlichen Freund und Anleiter für Christian wird. Marion beginnt mit dem schweigsamen Christian zu flirten und Zärtlichkeiten auszutauschen. Alle drei – auch der Chef Rudi (Andreas Leupold) – stehen füreinander ein in diesem realistischen, ruhigen, lakonischen, poetischen Film, der mit einem Gabelstapler-Ballett zu den Klängen von „An der schönen blauen Donau“ beginnt.