8. Mai

8. Mai 2020
75. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus
Blumen für die Opfer des Nationalsozialismus

Im Landkreis Stade gibt es auf vielen Friedhöfen Grabstätten von Opfern des Nationalsozialismus. Es handelt sich um Gräberfelder und Einzelgräber der Kinder von Zwangsarbeiterinnen, Einzelgräber von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern und von Kriegsgefangenen.

Gräber und Grabfelder finden sich auf den Friedhöfen von:
Assel, Balje, Bossel, Bützfleth, Buxtehude (Ferdinandstrasse), Buxtehude (Stader Strasse), Dollern, Drochtersen, Estebrügge, Fredenbeck-Klein Fredenbeck, Freiburg/Elbe, Gräpel, Groß Sterneberg, Hagenah, Helmste, Harsefeld (Oberer Friedhof), Horneburg (Alter Friedhof), Jork-Borstel, Kranenburg, Krummendeich, Neuenkirchen, Nottensdorf, Oederquart, Schwinge, Stade-Campe, Stade (Garnisonsfriedhof), Stade-Wiepenkathen, Steinkirchen, Twielenfleth.
Die vorhandenen Grabstätten finden sich häufig am Rande des früheren Friedhofsgeländes.

Auf folgenden Friedhöfen sind die Gräber von Zwangsarbeitern, Zwangsarbeiterinnen und Kinder von Zwangsarbeiterinnen nicht mehr vorhanden. Die Gräber wurden nie in den Kriegsgräberlisten aufgenommen oder aus ihnen gestrichen:
Agathenburg, Apensen, Bargstedt, Bliedersdorf, Burweg-Horst, Buxtehude-Neukloster, Brest, Deinste, Essel, Großenwörden, Hamelwörden, Himmelpforten, Jork-Jorkerfelde, Mittelnkirchen, Stade-Horstfriedhof.

Wir wollen in diesem Jahr besonders erinnern an:
Irene Grete Basiak (Kind einer Zwangsarbeiterin) – Das Grab auf dem Friedhof in Essel wurde 1959 auf Veranlassung des Regierungspräsidenten aus der Kriegsgräberliste gestrichen. Es ist nicht mehr vorhanden.
Petr Filimonow (sowj. Kriegsgefangener) – Das Grab befindet sich auf dem Friedhof von Bossel.
Anna Turowiczka (poln. Zwangsarbeiterin) – Das Grab der 18jährigen Zwangsarbeiterin befindet sich auf dem Friedhof Buxtehude (Stader Straße).
Fernand Deffaux (franz. KZ-Häftling) – Das Grab befindet sich auf dem Garnisonsfriedhof in Stade. Der Gedenkstein steht nicht auf seiner Grabstätte.

Wir regen an, aus Anlass des 8. Mai 2020, dem 75. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus, Blumen an den Gedenkstätten und an den Gräbern von Opfern des Nationalsozialismus niederzulegen.

Jens Ahrens (Stade), Andreas Albig (Stade), Rainer Auf’m Kampe (Buxtehude), Karin Aval (Stade, Stadtrats- und Kreistagsabgeordnete), Nusrettin Avci (Stade, Stadtratsabgeordneter), Harald Bethge (Stade), Michael Bickel (Drochtersen), Lutz Bock (Gewerkschaftssekretär DGB), Wilfried Böhling (Stade), Klaus Böttcher (attac Stade/Buxtehude), Thomas Brückner (Stade), Claas Booth (Kutenholz), Andrea Breimeier (Hagenah, artists for future), Dierk Breimeier (Hagenah, artists for future), Reinhard Bussenius (Bremervörde, Kreistagsabgeordneter, Fraktionsvorsitzender) Michael Byl (Stade, Rosa Luxemburg Club Niederelbe), Angelika Christian (Stade), Ulrich Christian (Stade), Dr. Ralf Feierabend (Stade), Debbie Bülau (Aspe), Reinhard Elfring (Stade, Stadtratsabgeordneter), Dr. Lars Hellwinkel (Stade, Gedenkstätte Lager Sandbostel), Hartwig Holthusen (Harsefeld, Samtgemeinderats- und Kreistagsabgeordneter), Silke Hemke (Stade), Ulrich Hemke (Stade), Karl-Heinz Holst (Ahlerstedt, Samtgemeinderatsabgeordneter), Tristan Jorde (Stade), Harald Kaiser (Stade), Heiko Kania (Harsefeld, Fleckenratsabgeordneter, ehrenamtlicher Mitarbeiter des SG-Archivs), Kristin Kehr (Stade), Cornelia Kenklies (Stade), Richard B. Klaus (Stade, Kreistagsabgeordneter), Alexander Klinger (Stade), Susanne Koch (Buxtehude), Benjamin Koch-Böhnke (Buxtehude, Stadtrats- und Kreistagsabgeordneter, Fraktionsvorsitzender), Oliver Kogge (Rosa Luxemburg Club Niederelbe), Bodo Koppe (Hemmoor), Klemens Kowalski (Buxtehude, Stadtrats- und Kreistagsabgeordneter), Karina Krell (Stade, GEW Kreisverband), Uta Kretzler (Rosa Luxemburg Club Niederelbe), Dr. Thomas Kück (Superintendent in Stade), Heiko Malinski (Stade), Suzan Meves (Stade), Dr. Peter Meves (Stade), Karin Münz (/Stade), Rudi Münz (Stade), Silke Ochmann (Stade), Anna-Lena Passior (Stade, Gemeindeassistentin katholische Kirche), Lemar Nassery (Stade, GEW Kreisverband), Ralf Poppe (Harsefeld, Fleckenratsmitglied, Fraktionsvorsitzender), Henner Prestien (Hammah), Michael Quelle (VVN-BdA Stade), Cornelia Rath (Stade), Melanie Rost (Stade, Stadtratsabgeordnete), Dr. Frank Schlichting (Stade), Dr. Heike Schlichting (Stade), Harm Paul Schorpp (Jork, Gemeinderatsabgeordneter, Fraktionsvorsitzender), Dörte Schnell (Hammah), Angela Steuer (Stade), Erika Stüben-Kaiser (Stade), Wolfgang Weh (Fredenbeck), Verena Wein-Wilke (Horneburg, Fleckenrats-/Samtgemeinderats-/Kreistagsabgeordnete, Fraktionsvorsitzende), Werner Weimar (Stade), Bernd Winkelmann (Harsefeld), Harald Winter (attac Stade/Buxtehude), Ada Whitaker (Stade), Dr. Barbara Zurek (Stade, Stadtratsabgeordnete, Fraktionsvorsitzende)

Unterstützende Gruppen//Initiativen: attac Stade/Buxtehude, Die Falken (OV-Niederelbe), Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Kreisverband Stade, Gewerkschaft verdi OV Landkreis Stade, Jusos Kreis Stade, Katholische Heilig-Geist-Gemeinde Stade, OMAS GEGEN RECHTS Stade, Rosa Luxemburg Club Niederelbe, VVN-BdA Kreisvereinigung Stade,
Blumen können individuell um den 8. Mai herum an den Gräbern, Gräberfeldern oder Gedenksteinen für NS-Opfer niedergelegt werden.

Blumen können auch in selbstorganisierten Gruppen oder individuell um den 8. Mai herum an den Gräbern, Gräberfeldern oder Gedenksteinen für NS-Opfer niedergelegt werden.

V.i.S.d.P.: Michael Quelle, Brinkstrasse 7, 21680 Stade

➜ Gedenkstätten und Gräber im Landkreis Stade 

➜ Friedhöfe mit Einzelgräbern

Kein Grabstein erinnert an die Toten

► Tageblatt vom 21.042020    ► Der Artikel als Bild

Aus Anlass des 75. Todestages von Waclaw Szelagowski (05.06.1911 – 12.04.1945) und Jerzy Kobylinski (13.08.1899 – 15.04.1945) wurden an ihren Grabstätten Blumen niedergelegt.
Waclaw Szelagowski und Jerzy Kobylinski waren Offiziere der Armia Krajowa. Sie sollten im April 1945 mit anderen polnischen Offizieren aus dem Stalag XB Sandbostel in ein Lager nach Lübeck überführt werden. In Guderhandviertel (Landkreis Stade) wurde Waclaw Szelagowski von der deutschen Wachmannschaft erschossen und Jerzy Korbylinski durch Schüsse der Wachmannschaft so schwer verletzt, dass er drei Tage später starb.
Das Grab von Waclaw Szelagowski befindet sich auf dem Friedhof von Steinkirchen, Landkreis Stade. Die Grabplatte „Hier ruht in Frieden ein unbekannter Soldat“ soll noch in diesem Jahr durch eine Namensplatte ersetzt werden.
Die Grabstätte von Jerzy Kobylinski befindet sich auf dem Garnisonsfriedhof in Stade. Das Grab ist nicht mehr vorhanden.